29. Juni 2015 | von Alle Beiträge anzeigen von
Dr. Falk Ambos
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Industrie 4.0 und Sicherheit: Neue Sicherheitskonzepte dringend erforderlich

Bereits in Teil zwei der Einführung zum Thema Industrie 4.0 wurde auf die „Baustelle IT-Sicherheit“ hingewiesen. Ein aktuelles Beispiel, weshalb dringend an dieser Baustelle gearbeitet werden muss, beschäftigt derzeit die internationale Öffentlichkeit: Hackern war es im April gelungen, nicht nur die Webauftritte des französischen TV-Senders TV5 Monde zu kapern und dort Botschaften im Sinne der Terrororganisation IS zu platzieren, sondern sogar das Fernsehprogramm lahm zu legen. Möglich wurde diese Störung des TV-Betriebs durch die angreifbare Vernetzung technischer Systeme mit dem Internet.

Wie mittlerweile bekannt wurde, sollen zwar russische Hacker, und nicht islamistische Terroristen hinter dem Cyberangriff stecken, das grundsätzliche Problem bleibt allerdings bestehen: Miteinander über das Internet vernetzte Anlagen und Systeme bieten unterschiedlichste Angriffsflächen, die abgesichert werden müssen.

Und so stellt auch Experton Group-Analyse Dr. Michael Weiß in einem Beitrag klar: „Ein ganz besonderes Augenmerk bei Industrie 4.0 – und dies quer durch alle beteiligten Disziplinen – liegt auf den Themen Security, Protection und Betriebssicherheit von intelligenten Produktionssystemen. Punkte wie:

  • Angriffssicherheit/Zugriffssicherheit intelligenter Produktionssysteme,
  • der Schutz der Anlagen, Produkte,
  • der Schutz der in diesen Anlagen und Produkte enthaltenen Daten, sowie des Know-hows vor unberechtigtem Zugriff,
  • Zugangsschutz,
  • Angriffsschutz,
  • Datenschutz,
  • Informationssicherheit,
  • der Schutz von Daten und Diensten,
  • Garantie und Gewährleistung der Vertraulichkeit,
  • Zugriffseinschränkung auf Daten und Dienste,
  • Integrität, Korrektheit von Daten und Funktionen von Diensten,
  • der Datenschutz personenbezogener Daten

werden von entscheidender Bedeutung für den dauerhaften Erfolg der vierten industriellen Revolution sein.“

Security by Design – Ein vielversprechender Ansatz

Um diesen Gefahren zu begegnen, reichen allerdings die bisherigen, vorrangig auf die Produktionsstabilität ausgerichteten Sicherheitskonzepte in Industrie- und Produktionsanlagen nicht aus. Industrie 4.0 erfordert vielmehr neue Sicherheitsarchitekturen. Ein vielversprechender Lösungsansatz ist „Security by Design“ – ein Konzept, das die IT-Sicherheit bereits in der Entwicklungs- und Entwurfsphase berücksichtigt.

“Das ist kostengünstiger und einfacher als das Patchen”, erklärt Thorsten Henkel, Hauptabteilungsleiter für Industrie 4.0 im Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) in einem Computerwoche-Beitrag.

Weitere entscheidende Elemente einer ganzheitlichen Sicherheitsarchitektur sind die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die Verwendung und Erzwingung vertrauenswürdiger Identitäten sowie eine effiziente und schnelle Erkennung von Anomalien.

„Neben Security by Design bedarf es eines ganzheitlichen Ansatzes über den gesamten Lebenszyklus von Produktion und Produkten hinweg. Davon ist die Industrie derzeit allerdings noch weit entfernt“, erkläutert Dr. Harald Schöning, Vice President Research der Software AG und Mit-Autor des Fachbuchs „Industrie 4.0 – ein praxisorientierter Ansatz“. „Ein zentraler Baustein der IT-Sicherheit für Industrie 4.0 wird die Entwicklung einer branchenunabhängigen Semantik und entsprechender IT-Sicherheitsmodelle sein müssen. Interdisziplinäre Referenzprojekte sind das Mittel der Wahl, diesen Prozess voranzutreiben.“

Fazit: Das Thema Sicherheit wird der zentrale Erfolgsfaktor für die weitere Entwicklung des Themas Industrie 4.0 sein und dafür sorgen, dass es sich wie bereits im Einführungsbeitrag erwähnt, bei der vierten industriellen Revolution eher um eine E-Volution als um eine Re-Volution handeln wird. Managed Security Services werden dabei im Internet der Dinge eine zentrale Rolle spielen.

Bildquelle/Copyright: © Nmedia — fotolia.com
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