Cloud computing
25. September 2015 | von Alle Beiträge anzeigen von
Markus Weingärtner
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Cloud Computing – Anspruch und Wirklichkeit

Cloud Computing: Bereits seit einigen Jahren „geistert“ dieser Begriff als einer der großen „Hypes“ durch die IT-Landschaft. Betrachtet man aber speziell den deutschsprachigen Markt, so fällt auf, dass den euphorischen Prognosen der Anbieter doch eine gewisse Skepsis und Zurückhaltung auf Anwenderseite gegenüber steht. Wie steht es also nun um das Thema Cloud Computing in Deutschland?

Bevor wir anhand einiger Marktzahlen versuchen, einen Statusbericht zum Thema Cloud Computing-Markt in Deutschland abzugeben, für alle diejenigen, die sich bisher (noch) nicht mit dem Thema Cloud Computing beschäftigt haben, eine kurze Definition des Begriffs.

Unter Cloud Computing versteht man im Allgemeinen die Bereitstellung von Informationstechnologie (Infrastruktur, Plattform, Software) als Service. Anstatt die IT-Komponenten also selbst im eigenen Unternehmen (zu neu-deutsch: „inhouse“ oder „on-premise“) zu betreiben und zu verwalten, bezieht der Anwender diese als Dienstleistungen von einem externen Service Provider. Analog zu den oben genannten Bereichen wird häufig auch von „Infrastructure-as-a-Service“, Platform-as-a-Service“ oder „Software-as-a-Service“ gesprochen. Die Abrechnung erfolgt in der Regel nutzungsabhängig, bezahlt wird also nur das, was auch genutzt wird.

Was in der Theorie sehr attraktiv klingt, birgt in der Praxis doch seine Risiken, die es insbesondere aus Anwendersicht zu beachten gilt.

Wo sind meine Daten? Datenschutz, Datensicherheit und „Vendor Lock-In“

Diese Frage ist für den Benutzer eines Cloud Services gleich aus mehrerlei Hinsicht relevant. Zuerst einmal geht es dabei natürlich um die Themen Datenschutz und Datensicherheit. Erhebt und verarbeitet ein Unternehmen Daten Dritter (Mitarbeiter, Kunden, Interessenten, Geschäftspartner, etc.), so ist es nach deutschem Recht (Bundesdatenschutzgesetz) dafür verantwortlich, dass diese Daten entsprechend der deutschen Rechtsprechung gespeichert und vor dem Zugriff Unbefugter geschützt werden. Für bestimmte Berufsgruppen wie Rechtsanwälte oder Ärzte gelten sogar noch verschärfte standesrechtliche Vorgaben.

Lagert ein Unternehmen diese Speicherung und Verarbeitung der Daten nun an einen externen Dienstleister aus, so muss er dafür sorgen, dass auch dieser diese Vorgaben einhält und kann dafür das im deutschen Recht vorgesehene Konstrukt der „Auftragsdatenverarbeitung“ nutzen. Die Verantwortung bleibt allerdings beim Anwenderunternehmen.

Nun haben die Snowden-Enthüllungen und der damit verbundene NSA-Skandal deutlich gemacht, dass es viele Staaten außerhalb Deutschland mit Datenschutz und Datensicherheit nicht so genau nehmen, bzw. sogar Gesetze und Regelungen eingeführt haben, die es Behörden erlauben, verhältnismäßig einfach auf die bei einem Cloud Service-Provider gespeicherten Daten zuzugreifen. Dies führte zu einem deutlichen Vertrauensverlust insbesondere US-amerikanischer Cloud Computing-Anbieter in Deutschland.

Doch die Frage „Wo sind meine Daten“ spielt auch aus einem anderen Grund eine zentrale Rolle: Viele Unternehmen in Deutschland stellen sich nämlich die Frage: „Was passiert mit meinen Daten, wenn ich die Zusammenarbeit mit dem Cloud Service Provider beende?“ Wie erfolgt in diesem Fall die Rückführung der Daten und können diese Daten dann auch mit einer anderen Lösung (ob im eigenen Unternehmen oder bei einem anderen Provider) gelesen und verarbeitet werden? Im Fachjargon ist dann häufig von einem „Vendor Lock-in“ die Rede, der Anwender ist also auf Gedeih und Verderb an den Cloud Computing-Anbieter gebunden.

Deutschland als Schlusslicht? Nicht wirklich!

Und so gibt es immer wieder Studien, in denen deutschen Unternehmen wenig Affinität zu Cloud Computing attestiert wird. So befand sich Deutschland laut einer Eurostat-Umfrage im letzten Jahr bei der Nutzung von Cloud Diensten gerade einmal im hinteren Drittel aller EU28-Staaten.

Der Bitkom dagegen fand im Rahmen seines aktuellen Cloud Computing Monitor heraus, dass es 2014 erstmals „mehr Befürworter als Skeptiker zum Thema Cloud Computing“ gab. Cloud Computing würde damit laut dem Branchenverband zur „Basistechnologie in vielen Unternehmen“.

Wem soll man nun glauben? Wie üblich handelt es sich bei solchen Umfrageergebnissen um Momentaufnahmen zu einem bestimmten Teilaspekt aus dem weiten Feld des Cloud Computing. Wie wir aus vielen Gesprächen mit Kunden und Interessenten feststellen, steigt das Interesse am Thema Cloud Computing auch in Deutschland kontinuierlich an. Dies bestätigt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): „Man kann jedenfalls nicht mehr von einem Hype sprechen, sondern Cloud Computing ist in vielen Bereichen bereits zum Standard avanciert.“

Doch es gibt eben nicht „die eine Cloud“ und es gibt auch nicht „den einen Grund für oder gegen Cloud Computing“. Stattdessen geht es darum, aus der Vielfalt an Angeboten und Lösungsszenarien die Lösungen herauszusuchen, die für das eigene Unternehmen attraktiv sind und dabei darauf zu achten, dass insbesondere die eingangs genannten Vorgaben in den Bereichen Datenschutz und Datensicherheit eingehalten werden. Am besten tut man dies mit einem Partner, der sich mit dem deutschsprachigen Cloud-Computing-Markt auskennt und über langjährige Projekterfahrung verfügt. Bei Interesse stehen wir Ihnen gerne als Gesprächspartner für Cloud Services Made in Germany zur Verfügung und unterstützen Sie dabei, herauszufinden, wie Sie und Ihr Unternehmen am meisten von der Wolke profitieren, ohne die Risiken fürchten zu müssen.

Das Rechenzentrum: Grundlage für leistungsfähige und zuverlässige Cloud Services

Grundlage für jedes Cloud Computing-Angebot ist eine leistungsfähige, flexible und zuverlässige Rechenzentrums-Infrastruktur. Bei SHD haben wir deshalb für unsere Kunden das SHD-DataCenter eingerichtet. Worauf es beim Aufbau einer solchen Infrastruktur ankommt und weshalb so ein Projekt zuweilen fast dem Bezwingen eines 8000ers gleicht, erfahren Sie in einem Beitrag hier im SHD Professional Service Blog.

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