car production line
12. November 2015 | von Alle Beiträge anzeigen von
Dr. Falk Ambos
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Auto und Industrie 4.0: Automobiles Wachstum im Zeitalter der Digitalisierung

So lautete das Motto beim Tag der Automobilwirtschaft, der Anfang November – in diesem Jahr bereits zum 16. Mal – in Nürtingen stattfand. Alle großen „Player“ der Automobilbranche waren dort versammelt und diskutierten die Zukunft der Autobranche im digitalen Zeitalter und die wachsende Konkurrenz durch IT-Konzerne wie Google oder Apple.

Daimler-Chef Dieter Zetsche sprach in seinem Vortrag über Digitalisierung und das vernetzte Auto. Sein Unternehmen testet bereits Roboterautos und hat kürzlich den selbstfahrenden Lkw auf die Straße gebracht. Der Chef von BMW Peter Schwarzenbauer sprach über digitale Marken und die Marketing-Chefin von Opel Tina Müller stellte unter anderem die Online-Plattform Onstar vor.

Herzstück von OnStar ist ein Telematik-Modul mit integrierter SIM-Karte und eingebautem Notfall-Assistent. Wird bei einem Unfall beispielsweise der Airbag ausgelöst, stellt OnStar automatisch die Verbindung zu einer Leitstelle her, die von General Motors in Luton in England betrieben wird. Dort steht dann ein speziell ausgebildeter Notfall-Experte bereit, der im Ernstfall die erforderlichen Hilfemaßnahmen einleitet und so lange in der Leitung bleibt, bis Hilfe vor Ort ist. Optional kann der OnStar-Experte auch noch Warnblinker und Hupe des Fahrzeugs aktivieren, um auf das Unfallfahrzeug aufmerksam zu machen.

Industrie 4.0 in der Produktion: Automobilindustrie führend

Doch nicht nur beim Auto selbst spielen vernetzte Funktionen und Services eine immer größere Rolle, auch in der Produktion geht der Weg in der Automobilindustrie ganz klar in Richtung Industrie 4.0. Laut einer bereits im letzten Jahr durchgeführten Umfrage der Firma Freudenberg IT zählt die Automobilbranche bei der „vierten industriellen Revolution“ zu den Vorreitern.

Rund 80 Prozent der Befragten haben schon jetzt intelligente Produktionsanlagen im Einsatz, 18 Prozent sogar bereits mit Selbststeuerung. Im Vergleich dazu sind die Zahlen im Maschinenbau mit 31 bzw. neun Prozent deutlich niedriger.

Zentraler Antriebsfaktor für Industrie 4.0 im Automobilumfeld ist die Notwendigkeit, in Zeiten einer immer größeren Produktvielfalt, immer kürzerer Entwicklungs- und Time-to-Market-Zyklen und eines immer größeren Wettbewerbs zum einen die Entwicklungsprozesse in der Produktneuentwicklung zu straffen und darüber hinaus eine hohe Auslastung und mehr Effizienz in der Produktion zu erzielen. Die Vision der „digitalen Fabrik“ ist dabei in der Automobilindustrie bereits weit fortgeschritten.

So verfolgen die großen deutschen Hersteller wie Audi, BMW, Daimler oder VW  aber auch die großen Zulieferer wie Bosch und Siemens VDO bereits seit einigen Jahren konsequent das Ziel, mehr Modelle und Produkte in schnellerer Zeit als bisher auf die umkämpften Märkte zu bringen. Komplexität, Qualität und Kosten gilt es dabei fest im Griff zu behalten. Beispiele von Baureihen wie die S-Klasse von Mercedes oder der Audi A3, die bereits vor einigen Jahren im Umfeld einer digitalen Fabrik entstanden sind, zeigen, dass sich die Anlaufzeiten um ein Drittel verkürzen lassen. Für diese deutliche Verkürzung sorgen digitale und vernetzte Prozesse wie die Konstruktion am Computerbildschirm, die Simulation in einem Virtual Reality-Studie und die Montage mit voll automatisierten, auf die entsprechenden Modell abgestimmten Produktionswerkzeugen – und das alles in einer Fabrik, deren Aufbau eine optimale Fertigung bis ins kleinste Detail unterstützt.

Industrie 4.0 in der Automobilindustrie: Herausforderung Sicherheit

Trotz der nachweislichen Vorteile, die die Automobilindustrie bereits aus ihrem Engagement in Industrie 4.0-Konzepte erzielt, bleiben natürlich auch noch Herausforderungen, die es zu bewältigen gibt. An erster Stelle steht auch hierbei das Thema Sicherheit.

Was es bedeutet, wenn Hacker die Kontrolle über ein „connected car“ übernehmen, machte erst kürzlich der Test des amerikanischen WIRED Magazines deutlich.

Und dass auch beim Konzept der digitalen Fabrik umfassende Sicherheitsmaßnahmen erforderlich sind, wurde bereits in einem früheren Blog-Beitrag zum Thema Industrie 4.0 und Sicherheit ausführlicher beleuchtet.

Bildquelle/Copyright: © Rainer Plendl — fotolia.com

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