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11. Dezember 2015 | von Alle Beiträge anzeigen von
Rolf Kühne
| Thema: AllgemeinAlle Beiträge zu diesem Thema anzeigen | 506 Besucher

Auf dem Weg zur EU-Cloud: Anfrage an den EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft

Bereits im September 2012 veröffentlichte die Europäische Kommission eine Strategie mit dem wohlklingenden Namen „Unleashing the Potential of Cloud Computing in Europe”. Ziel der Initiative soll es sein, bis 2020 2,5 Millionen neue Arbeitsplätze zu schaffen und eine jährliche Steigerung des Bruttoinlandsprodukts in der EU von 160 Milliarden zu erreichen. Die Strategie repräsentiert nach eigener Aussage der Kommission das „die feste Verpflichtung der Kommission“ und dient als „Aufruf an alle Marktteilnehmer, sich an der Implementierung dieser Aktivitäten zu beteiligen“.

Die EU-Strategie verfolgt dabei die folgenden drei Kernziele

  1. Sichere und faire Vertragsbedingungen, die insbesondere die Bereiche Datenschutz und Datensicherheit regeln.
  2. Beseitigen des „Dschungels“ an unterschiedlichen technischen Standards, damit für den Anwender eine volle Interoperabilität beim Einsatz verschiedener Cloud Services gewährleistet wird, einschließlich der reibungslosen Migration der Daten.
  3. Etablieren einer Europäischen „Cloud Partnership“, die Partner aus dem öffentlichen und kommerziellen Bereich dazu bringt, einheitliche Beschaffungsanforderungen für Cloud Services in offener und transparenter Art und Weise zu definieren.

Wenn man dem Aufruf der EU folgt …

Die wirklichen sinnvollen Ziele der EU-Cloud-Strategie und insbesondere der eingangs zitierte Aufruf der EU-Kommission an alle Marktteilnehmer, sich aktiv an der Strategie zu beteiligen, haben uns bei SHD dazu bewogen, diesem Aufruf zu folgen und uns in einem Schreiben an den EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft – mit Günther Oettinger immerhin ein Landsmann – zu wenden. In diesem Schreiben stellten wir uns als deutscher Cloud Service Provider vor und boten an, unsere Kapazitäten und Erfahrungen in die Entwicklung einer EU-Cloud einzubringen, getreu dem Motto: „Weshalb das Rad neu erfinden …“

… erhält man sogar eine Antwort

Wenige Wochen später erhielten wir sogar eine Antwort, nicht von Herrn Oettinger persönlich, aber von einem seiner Mitarbeiter.

Mittlerweile gibt es eine „Digital Single Market Strategy“, die das Ziel verfolgt, eine europäische Wissenschafts-Cloud aufzusetzen. Erste Ankündigungen zum Rahmen und Zeitplan dieser Initiative sind für Januar 2016 geplant.

Für alle anderen Aspekte der EU Cloud-Politik läuft gerade eine Umfrage, an der man sich noch bis Ende 2015 beteiligen kann.

Und zuletzt wurden wir auf die bereits seit drei Jahren bestehende Cloud Select Industry Group verwiesen, die die EU-Kommission in Cloud Computing-Fragen berät und laut Antwortschreiben „eine direkte Rolle bei der Implementierung der Cloud-Initiative spielen wird“.

Fazit: Cloud Services Made in Germany statt EU-Cloud

Dass die EU mit ihrer Erweiterung auf 23 Mitglieder nicht gerade flexibler und schneller geworden ist, ist mittlerweile aus zahlreichen Projekten (Griechenland, Flüchtlingshilfe, etc.) bekannt. Allein schon die Tatsache, dass alle Webseiten und die meisten Dokumente in allen Sprachen der Mitgliedsländer verfügbar sein müssen, um wirklich EU-weit für Beachtung zu sorgen, verdeutlicht dies. Darüber hinaus gibt es natürlich auch in der EU wie in jeder öffentlichen Behörde zahlreiche Strategien, Initiativen und Arbeitsgruppen, deren Arbeit und Ergebnisse nur schwer nachvollziehbar sind.

Und so dürfen wir gespannt darauf hoffen, ob es der EU tatsächlich gelingt, die eingangs definierten Ziele zu erreichen. Bis dies soweit ist, konzentrieren wir uns bei SHD darauf, unseren Kunden „Cloud Services Made in Germany“ zu bieten, die ihnen aus in Deutschland betriebenen Rechenzentren ein Höchstmaß an Rechtssicherheit, aber auch konkrete, technisch ausgereifte und sofort einsatzfähige Cloud Computing-Lösungen liefern.

Bildquelle/Copyright: © jpgon — fotolia.com

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