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3. Februar 2016 | von Alle Beiträge anzeigen von
Christian Sennewald
| Thema: Digitalisierung von ProzessenAlle Beiträge zu diesem Thema anzeigen | 455 Besucher

Prozesse aus der Steckdose

Oder: Business Process Management im Rechenzentrum

»Prozesse sind wichtig«. Diese Kernaussage ergab die Studie der Capgemini, bei der Unternehmen mit einem Umsatzvolumen von 50 bis 500 Mio. Euro zu deren primären Technologiebereichen für das Jahr 2016 befragt wurden. Demnach landet der Technologiebereich »Prozesse«, oder auch »Business Process Management (BPM)« auf Platz zwei hinter der »Sicherheit«.

SHD ist diesem Trend bereits seit über 12 Jahren voraus. Durch zahlreiche BPM-Projekte hat sich die SHD in diesem Spezialgebiet mit weitreichendem Know-how etabliert und Partnerschaften aufgebaut.

Hat das Management die Bedeutung von Prozessen erkannt, folgt eine Prozess-Potenzial-Analyse (PPA). Mittels dieser werden Kosten und Vorteile gegenübergestellt sowie der Nutzen auf Basis definierter Kriterien und des Return on Invest (ROI) berechnet. Diese Berechnung umfasst neben Beratungsleistungen auch Betriebs- und Lizenzkosten der einzuführenden BPM-Plattform, welche nach Gesichtspunkten der Leistungserbringung ausgewählt wird. Es stehen drei grundlegende IT-Architektur-Ansätze zur Auswahl.

1) OnPremise
Der derzeitige Fachkräftemangel stellt Unternehmen vor eine große Herausforderung, wenn es darum geht, Wissen und Erfahrungen firmenintern aufzubauen und zu nutzen. Verfügt ein Unternehmen über die entsprechende Infrastruktur, ausreichend Ressourcen im internen Rechenzentrum, das notwendige Know-how und personelle Kapazitäten, so können die BPM-, Datenbank- und gegebenenfalls Integrationssysteme für die Test- und Produktivumgebung selbst gehostet und von der internen IT-Abteilung des Kunden administriert werden. Dabei ist auch auf ausreichendes Aufnahmevermögen auf dem Storage sowie genügend Rechenleistung einer (virtuellen) Serverumgebung zu achten.

2) Cloud
Unternehmen erhalten mit dieser Cloudlösung ein „Rundum-sorglos-Paket“. Infrastruktur, BPM-Lösung und der professionelle Betrieb des Services werden vom Dienstleister aus dessen Rechenzentrum zur Verfügung gestellt. Für diesen Dienst wird eine monatliche Pauschale auf Basis des Leistungsumfangs und der Laufzeit berechnet. Der Zugriff auf die Prozesse erfolgt entweder über eine sichere HTTPS-Verbindung auf den BPM-Server oder über eine VPN-Verbindung. Welche Variante genutzt werden soll, richtet sich in erster Linie nach den Anforderungen der Prozessintegration. Sollen die Prozesse eng mit den internen Systemen des Kunden, beispielsweise SAP oder Dokumentenmanagement (DMS) kommunizieren, ist eine VPN-Verbindung dringend erforderlich. Steht die Zusammenarbeit verteilter Teams, welche weltweit operieren im Vordergrund, kommt das sichere HTTPS-Protokoll zum Einsatz.

3) Hybrid Cloud
Der Hybrid Cloud Ansatz ist eine Mischvariante zwischen Cloud plus OnPremise und verlagert den Know-how-Aufbau zum Service Provider. Bei einer hybriden Architektur werden dem Kunden, je nach Wunsch, komplette Hardware-Systeme oder virtuelle Appliances geliefert. Diese werden im Rechenzentrum des Kunden installiert und konfiguriert. Der Betrieb der Server-Architektur und der darauf aufsetzenden BPM-Lösung wird anschließend vom Dienstleister sichergestellt. Voraussetzung ist eine VPN-Verbindung um das Management von Services und Patches zu gewährleisten. Der Vorteil liegt beim Hybrid-Cloud-Ansatz darin, dass die Daten immer im Rechenzentrum des Kunden verbleiben, der interne Aufwand für Betrieb aber an den Dienstleister ausgelagert wird und somit das Personal entlastet wird.

Fazit:
Fällt die Entscheidung auf eine Cloud (oder Hybrid Cloud) Architektur, liegt der Vorteil klar auf der Hand. Man kann nach der Prozessdefinition mit den Fachabteilungen und der Umsetzung durch den bevorzugten IT-Dienstleister das BPM-System sehr schnell und ohne großen internen Aufwand in Betrieb nehmen. Das führt zu einer Entlastung und Reduzierung der Fertigungstiefe und setzt den Fokus auf die Kernkompetenzen der internen IT-Abteilung. Da kein Schulungsbedarf besteht, wird der Nutzen des Prozessmanagements schnell sichtbar. Zudem verkürzt sich der Break-Even-Point erheblich.

Die Vorteile, Möglichkeiten und der Nutzen von »Business Process as a Service« stehen denen einer OnPremise-Lösung in keinem Aspekt nach. Mittels mordernster Rechenzentrumstechnologien spürt der Endnutzer keinen Unterschied zu einer OnPremise-Lösung. Bestehen beim Kunden besondere Compliance-Anforderungen oder erfordert die Unternehmensphilosophie eine Datenhaltung im eigenen Rechenzentrum, empfiehlt sich der Hybrid Cloud- oder OnPremise- Architektur-Ansatz für die Digitalisierung der eigenen Prozesse.

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