11. April 2016 | von Alle Beiträge anzeigen von
Thilo Menges
| Thema: Digitalisierung von ProzessenAlle Beiträge zu diesem Thema anzeigen | 1.185 Besucher

Digitalisierung der Arbeitswelt – Chancen und Risiken

„Die Digitalisierung eröffnet für die Gestaltung von Inhalt, Prozess und Organisation der Arbeit und Zusammenarbeit neuartige Potenziale, indem sie v.a. den Zugang zu intelligenten Tools, Instrumenten, Automatisierungs-, Produktions- und Vernetzungstechnologien wie auch den Zugang zu global verteilten Informationen, Wissen, Kompetenzen, Ressourcen, Arbeitspartnern und Märkten erleichtert oder erst ermöglicht“, so lautet eine der Kernaussagen der AG1-Projektgruppe, die bereits im Jahr 2013 anlässlich des IT-Gipfels-Prozesses 2013 ins Leben gerufen wurde. Tatsache ist: Die Art und Weise, wie Menschen heute arbeiten, unterscheidet sich maßgeblich von der Arbeitsweise von Menschen vor noch zehn Jahren.

„Anytime, anwhere, any device…“ statt „9 to 5“ am Schreibtisch im Büro

Die größte durch die Digitalisierung der Arbeitswelt herbeigeführte Änderung besteht sicher in einer Auflösung fester Arbeitszeiten und eines klar definierten Arbeitsplatzes und einer immer stärkeren Verschmelzung von Arbeits- und Privatleben. Bedeutete das Verlassen des Büros oder Arbeitsplatzes am Abend noch vor wenigen Jahren, dass der Arbeitstag zu Ende war, so gilt heute für viele Erwerbstätige „Always online“. Dank moderner Tools und digitaler Medien ist es heute problemlos möglich, überall und zu jeder Zeit auf Unternehmensinformationen und Unterlagen zuzugreifen. Neue Arbeitsplatzkonzepte wie „mobile worker“ oder „home office“ sind heute verhältnismäßig einfach umzusetzen und immer mehr Arbeitnehmer wünschen sich in Sinne einer besseren „Work-Life-Balance“ eine flexible Gestaltung von Arbeitszeiten und freie Wahl des Arbeitsplatzes. Darüber hinaus ist so in vielen Fällen überhaupt erst eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie möglich.

Dies gilt dabei nicht nur für die klassische Rolle der berufstätigen Ehefrau und/oder Mutter. Laut einer Studie des Instituts für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen aus dem letzten Jahr legen mittlerweile Männer sowie Vertreter der so genannten „Generation X“, also Männer im Alter zwischen 35 und 50 Jahren, besonderen Wert auf Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben.

Und auch für die Nachfolgegeneration, die „Generation Y“, ist die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben ein zentraler Faktor. Das Online-Portal karrierebibel.de erklärt dazu: „Es [die Work-Life-Balance] ist und bleibt das Schlagwort, wenn von der Generation Y gesprochen wird. Der Großteil wünscht sich flexible Arbeitszeiten, freiere Arbeitseinteilung sowie die Möglichkeit, im Home Office zu arbeiten. Dazu gehört selbstverständlich auch die Möglichkeit, Familie und Job zu vereinbaren, ohne Abstriche machen zu müssen.

Digitalisierung der Arbeitswelt aus Unternehmenssicht

Betrachtet man die Digitalisierung der Arbeitswelt aus Unternehmenssicht, so kann man der eingangs getroffenen Aussage „neuartigen Potentialen“ sicher zustimmen. Die Digitalisierung der Arbeitswelt hat dazu geführt, dass Unternehmen schneller, flexibler und agiler geworden sind: In der Produktion, im Vertrieb, im Kundendienst. Auch die Zusammenarbeit im Unternehmen und über Unternehmensgrenzen hinweg mit Kunden und Geschäftspartnern – zu neudeutsch „Collaboration“ – hat sich drastisch verändert. Doch auch aus Unternehmenssicht birgt die „Digitalisierung“ ihre Risiken und Gefahren.

  1. Die Digitalisierung der Arbeitswelt funktioniert nur, wenn Unternehmen in der Lage sind, die dafür notwendigen Prozesse und Infrastruktur zu betreiben. Ansonsten droht ein Wildwuchs an Insellösungen. Die eigentlichen Potentiale können nicht genutzt werden, die mögliche Steigerung der Effizienz gelingt nicht.
  2. Die Digitalisierung der Arbeitswelt führt dazu, dass Unternehmen sich sehr gut darüber Gedanken machen müssen wer wo und auf was wie zugreifen darf. Denn „Anytime, anyplace, any device“ bedeutet in der Praxis auch den Zugriff über den WLAN-Router zuhause, das Internet-Café im Ausland oder den Hotspot am Flughafen – und zwar unter Umständen mit dem privaten Smartphone, Tablet oder Notebook. Dies alles sorgt für Gefahren in den Bereichen Datenschutz und Datensicherheit, denen mit einem entsprechenden IT-Security-Konzept entgegengewirkt werden muss.
  3. Die Digitalisierung der Arbeitswelt wird auch in Zukunft weiter fortschreiten und in vielen Bereichen zu neuen, heute vielleicht sogar noch unbekannten Arbeitsformen und Arbeitsweisen führen. Um dafür gerüstet zu sein, sollten Unternehmen sich bereits heute Gedanken über ein strategisches und technologisches Framework machen, das flexibel auf zukünftige Anforderungen angepasst werden kann.

Ein professionelles Business Process Management und eine agile und flexible IT-Infrastruktur sind zentrale Erfolgsfaktoren, um Herausforderungen der „Digitalisierung der Arbeitswelt“ zu bewältigen.

Bildquelle/Copyright: © AA+W — fotolia.com
  1. Pingback: Digitalisierung der Arbeitswelt – Chancen und Risiken - log in. berlin. - das Blog zur digitalen Wirtschaft in Berlin

Ihre Meinung zählt

Newsletter abonnieren